Ein Jahr ohne Alarmübung ist wie ein Feuerwehrfahrzeug ohne Blaulicht... Aus diesem Grund haben sich Moritz Menke, Ortsgruppenleiter DRK Ortsverband Kelkheim und unser Wehrführer Frank Füssel bereits vor Monaten an die Planung einer Großschadensübung gemacht.
Da die Hessische Landesbahn durch drei Kelkheimer Stadtteile verkehrt und durch zahlreiche Bahnübergänge und Gleisanlagen einen nicht außer Acht zu lassenden Gefahrenschwerpunkt darstellt, war ein Szenario "PKW kollidiert mit Bahn" ausgearbeitet worden.
In der Nacht zum 9. Mai 2010 wurden an einem unbeschrankten Bahnübergang in Hornau ein PKW und eine Zugeinheit der Hessischen Landesbahn einige hundert Meter weiter auf offener Strecke positioniert und mit den nötigen Requisiten ausgestattet. Hierfür reisten aus dem ganzen Bundesgebiet 70 so genannte Mimen nach Kelkheim, die der Übung ein realistisches Erscheinungsbild in Form von den erdenklichsten Verletzungsmustern verliehen. Die Pyrotechniker des Main-Taunus-Kreises sorgten für die nötigen "Special Effects".
Die Herausforderung bestand darin, die beiden räumlich getrennten Einsatzstellen "PKW" und "Bahn" nahezu zeitgleich abzuarbeiten und die Verletzten schnellstmöglich zu versorgen und in die umliegenden Krankenhäuser zu verbringen.
Die Alarmierung der Wehren Mitte und Hornau erfolgte um 23:00 Uhr, die Versorgung der beiden "Verletzten" im PKW begann nur wenige Minuten später. Kurze Zeit darauf wurde durch Erkundung der ersten Einheiten auch der sich im Dunkeln befindende Zug entdeckt und die Wehren Münster und Fischbach, ergänzt durch die Kollegen aus Ruppertshain und Eppenhain, alarmiert.
Die Rettung der sich im PKW befindenden Personen gelang zügig, wohingegen sich die Hilfeleistung am Zug aufgrund der hohen Einstiegshöhe auf freier Strecke, Anzahl der "Verletzten" und Unübersichtlichkeit der Einsatzstelle als schwierig, kräftezehrend und aufwendig erwies. Auch der Transport von Gerätschaften, Licht, als auch der Abtransport der "Verletzten", forderten den Mannschaften von Feuerwehr und Rettungsdienst alles ab.
Die spätere Versorgung und Weiterleitung der "Verletzten" wurde durch die Schnelleinsatzgruppen der zahlreichen DRK Ortsverbände des Main-Taunus-Kreises und des Malteser Hilfsdienstes, sowie des Arbeiter Samariter Bundes bewältigt.
Die übergeordnete Logistik und Technische Einsatzleitung wurde vom ELW2 aus durchgeführt. Die Kollegen der Feuerwehr Hofheim sorgten mit ihrem Flutlichtfahrzeug für ausreichend Ausleuchtung am Verletztensammelplatz.
Wir bedanken uns bei den insgesamt 350 ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen der Hilfsorganisationen für die Teilnahme an dieser nicht alltäglichen Übung!
Besonderer Dank gilt außerdem Herrn Wolfgang Köhler, Standortleiter der Hessischen Landesbahn Königstein, ohne den diese Übung nicht hätte stattfinden können. (StA.)
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